Liebe Leserinnen und Leser,
wir hatten am Fest Mariä Aufnahme in den Himmel unsere ehrenamtlich engagierten Gemeindemitglieder zum Dank eingeladen.
Zu dem Marienfest gehört das Brauchtum der Kräuterweihe. Es geht vermutlich auf die Überlieferung des Kirchenvaters Johannes von Damaskus zurück, der zufolge dem leeren Grab Mariens bei seiner Öffnung ein Wohlgeruch nach Rosen und Kräutern entstiegen sein soll.
Können die vielen im Ehrenamt engagierten Frauen und Männer nicht auch Kräuter für unsere Gemeinden sein?
Als Arzt möchte ich unseren Gemeinden Salbei, Wermut, Minze, Kamille, Getreide, aber auch Hopfen und Wein verordnen, und dazu Wasser…
Warum?
Salbei soll zu Weisheit und Erfolg verhelfen. Wermut verspricht Kraft, Mut und Schutz, Minze Gesundheit. Für Glück und Liebe steht die Kamille, Getreide für das tägliche Brot. Hopfen hat im Laufe der Geschichte verschiedene spirituelle Bedeutungen erlangt, die oft mit Fruchtbarkeit, Transformation und Wohlbefinden in Verbindung stehen. In manchen Kulturen wird er auch als Symbol für innere Ruhe und Frieden (wie wichtig in diesen Tagen) angesehen. Wein wurde in allen Kulturen als Geschenk des Himmels und der Erde gesehen. Die Bibel versteht ihn als Geschenk Gottes an den Menschen, als Bild für die Gaben seines Wohlwollens. Wein hat in sich den Geschmack der Erde, aus der er wächst, und die Zeit, in der er reift. Und Wasser gehört zu allem…
So vielfältig wie diese Kräuter ist Ehrenamt. Jede und Jeder kann seine Gaben und Talente einbringen, klein oder groß, laut oder leise - wir sind als Gemeinden mehr denn je darauf angewiesen.
Trauen Sie sich,
denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
sondern den Geist der Kraft,
der Liebe und der Besonnenheit. (2 Tim 1,7)
Text: Dr. Thomas Hohaus / OKR St. Marien

