Aufmerksam
- mit dem Herzen hören
Liebe Leserinnen und Leser,
neulich war ich im Elbsandsteingebirge wandern. Es war ganz still um mich herum und auf einmal hörte ich so viel: das Rauschen des Windes in den Baumkronen, den Gesang der Vögel in der flirrenden Sommerluft, das Plätschern der Kirnitzsch, deren Wasserlauf ich folgte, das Knirschen der Schuhe auf dem Weg.
Das Wandern ist für mich eine gute Möglichkeit, nach innen zu hören. Am Anfang war da so vieles in mir: Gespräche mit lieben Menschen, die nachklingen; Nachrichtenstimmen, die mich beunruhigen; das Weinen einer Freundin, das mich anrührt.
Als ich am Ufer verweilte, wurde mein Lauschen noch feiner: das Brummen einer Hummel, das Zirpen der Grashüpfer, der Wasserstrudel, der sich an einer Biegung im Bach bildete, das Eintauchen des springenden Fisches, das Rascheln der Maus, die sich unter dem trocknen Waldboden ihren Weg sucht. Mit diesem Lauschen und jedem Atemzug breitete sich ein Gefühl von Frieden in mir aus.
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