Schon seit ca. 1000 Jahren beginnen Christen die Fastenzeit mit einem Aschenkreuz. Der Brauch wurde unter Papst Urban II. im Jahr 1091 offiziell eingeführt, war aber zuvor schon gängige Praxis. Die Asche wird traditionell aus den Zweigen des vergangenen Palmsonntags gewonnen. Das Kreuz aus Asche soll an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern. So werden bei der Austeilung oft die Worte gesprochen: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (Gen 3,19) Aber auch „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15) wird Gläubigen immer wieder mit auf den Weg in die beginnende Fastenzeit gegeben.
Diese dauert 40 Tage – so lange wie Jesus nach seiner Taufe in der Wüste war, bevor er mit seinem öffentlichen Wirken begonnen hat. Diese Zeit bietet Gläubigen die Möglichkeit durch den bewussten Verzicht, anderes in den Blick zu nehmen und sich neu zu orientieren.
Die verbindende Kraft der Asche zeigt sich in vielen Gemeinden durch den Brauch, den Aschermittwoch ökumenisch zu feiern. Ganz gleich, ob für die einen die Fastenzeit oder die anderen die Passionszeit beginnt, so vereint sie doch der gemeinsame Blick auf Ostern und der Wunsch nach einem geistlichen Neuanfang. Diese gemeinsame Erfahrung von Umkehr und Neubeginn verbindet. Der Aschermittwoch erinnert daran, dass der Weg der Buße, des Fastens und der inneren Erneuerung ein gemeinsamer christlicher Weg ist.
Christina Göbel/OKR St. Petrus

